Angelurlaub in Norwegen
Jun 21st, 2010 | Von admin | Kategorien: Angeln und Angelgeräte
Im Grunde ist Angeln sehr einfach und läuft überall auf der Welt nach dem gleichen Prinzip ab. So auch in Romsdalsfjord, ein westnorwegischer Fjord südlich von Molde, der bis Andalsnes reicht. Die idylischer Naturlandschaft, eingekesselt von Bergen auf denen sogar im Hochsommer noch ein wenig Schnee glitzert, ist ein beliebtes Angelziel für viele Norweger und Urlauber. Wo aber anfangen auf dem 65 km langem Gebiet? Mitten in den Fjords lieber nicht, wenn die Angelschnur nur 200 Mete mißt, da es dort über 400 Meter in die Tiefe geht. Damit die Pfanne am Abend nicht leer bleibt, sollte man nach anderen Anglern ausschau halten. Viele zieht es in die Bergwelt und zu den fischreichen Gewässern. Allerdings ist es auch fast egal, an welchen der vielen Fjorde man anlegt. Neben den Fischen lädt auch der skandinavische Komfort zum verweilen in der Natur ein. Aufgeräumte und saubere Campingplätze oder ein gemütliches Ferienhaus mit Terrasse, direkt am Wasser gelegen mit einem soliden Steg mit Boot vor der Tür sind ein Muß für den Angelurlaub.
Von Zeit zu Zeit trifft man auf eine Stelle mit aufströmendem Wasser, welches den Anschein erweckt als es würde kochen. Möwen kreisen in der Luft umher und stoßen im Schnellflug auf die Wasseroberfläche. Der Holländer Albert Baan, der seit 21 Jahren an die Romsdalsfjords reist, erklärt: “Das sind kleine Sprotten, die an der Oberfläche herumspringen, weil sie von Makrelen gejagt werden”. Am Ende bleibt nicht sehr viel vom Sprottenschwarm übrig. Neben den Möwen von oben, attackieren Makrelen aus dem Wasser. Und mittendrin dümpeln Anglerboote die freudig Makrele nach Makrele ins Boot ziehen. Im hintersten Teil de Bootshafens gibt es einen Schlachtplatz, an dem die Makrelen, Schollen und Dorsche ausgenommen und filetiert werden. Die Hobby-Fischer grillen ihren Fisch anschließend über offener Flamme oder bauen ihre kleinen, mitgebrachten Räucheröfen auf.
Viele Fjorde bieten den Anglern sogar professionelle Unterstützung, wie in Form von John Kofoed aus Andalsnes, der im Sommer oft täglich Besucher auf seinen Kutter lädt und mit ihnen auf den Fjord umherschippert. “Da vergeht kein Tag, an dem nicht Ruten brechen oder Schnüre reißen”, erzählt er. Viele Urlauber unterschätzten die Fische und kämen mit einer zu leichten Ausrüstung angereist. Ein großer Seelachs schafft es problemlos in einem Rutsch 50 Meter von der Angelrolle zu ziehen. Um ihn zu bewältigen ist eine kräftige Rute und eine optimal eingestellte Schnurbremse unerlässlich. Viele Angler sind so erfolgreich das sie ihren Fang nach einer Kuttertour einfrieren müssen. Die meisten nehmen aber nur noch Filets mit nach Hause, keine ganzen Fische, da Touristen eine Einschränkung von 15 Kilogramm geangeltem Fisch bei der Ausfuhr haben.